Ausstellungen 2008

Horst Janssen
Horst Janssen
Rembrandt
Rembrandt
Horst Janssen
Horst Janssen
Otto Dix
Otto Dix

„Die ganze Welt im Schraubglas “
Auszüge aus der Horst-Janssen-Sammlung von Birgit Jacobsen
29. Januar – 31. März 2008

Das Museum hat mit Hilfe von zahlreichen Stiftungen und Spenden sowie öffentlichen Mitteln eine private Sammlung von künstlerischen Archivalien Horst Janssens angekauft. Birgit Jacobsen war über drei Jahrzehnte Lebensgefährtin und Freundin von Horst Janssen. Von 1974 bis zu seinem Tod 1995 hat sie Anteil an Leben und Werk des Künstlers gehabt und sich intensiv mit Janssens künstlerischem und biografischem Werdegang beschäftigt. Janssen selbst hat sie gewissermaßen zu seiner Archivarin gemacht, indem er ihr Briefe, Fotos, Manuskripte und auch Familiendokumente anvertraut hat.
In dieser kleinen Ausstellung werden liebevoll gestaltete Leporellos, illustrierte Briefe, dreidimensionale Objekte, private Aufzeichnungen und faszinierende Selbstporträts von Horst Janssen gezeigt.

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Nach „Ihm“ - Horst Janssen und Rembrandt
24. Februar verlängert bis 18. Mai 2008

Es gibt nur wenige Namen in der Kunstgeschichte, die so viel Glanz verströ­men und so viel Ehrfurcht gebieten wie der von Rembrandt Harmenszoon van Rijn. Auch Horst Janssen hat den großen Niederländer über alle Maßen geschätzt. Das Horst-Janssen-Museum zeigt in Kooperation mit dem Rembrandthuis in Amsterdam und der Hamburger Kunsthalle die Ausstellung „Nach IHM - Horst Janssen und Rembrandt“. Fünfzig Arbeiten des großen Niederländers Rembrandt werden den Zeichnungen und Grafiken Horst Janssens gegenüber gestellt, um der Beziehung der beiden außergewöhnlichen Künstler auf den Grund zu gehen. Im Anschluss wird diese Aus­stellung in Amsterdam zu sehen sein.

Es ist auffällig, dass im Werk Rembrandts und auch Janssens das Selbstbild­nis eine dominante Rolle spielt. Beide haben sich unzählige Male porträtiert, in allen Altersstufen, grimassierend, mit unterschiedlichen Kostümen und Kopf­bedeckungen. Janssen hat in seinen Arbeiten einige Male direkt auf Rem­brandt als Vorbild Bezug genommen.

Daneben sind vor allem die Landschaftsdarstellungen im Vergleich von ho­hem Reiz. Die Kopfweiden der Elbmarschen, die Janssen immer wieder zeichnet, muten geradezu „altmeisterlich“ an und sind natürlich auch von Rembrandts niederländischen Landschaftsstudien inspiriert. Rembrandts Ra­dierkunst wird an vielen Beispielen seiner bekanntesten Selbstportraits und Landschaften vorgestellt.

Die Ausstellung wurde gefördert von der EWE, der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, der Landessparkasse zu Oldenburg und der Oldenburgischen Landesbank. Medienpartner sind die Nordwest Zeitung und Stroeer Deutsche Städte Medien.

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„Schon wieder Perlen!“
Werke Horst Janssens aus der Sammlung Meyer-Schomann
25. Mai – 24. August 2008


Das Horst-Janssen-Museum zeigt 250 Arbeiten Janssens aus einer Oldenburger Privatsammlung mit einer Vielzahl von bisher unveröffentlichten Werken und Texten des Künstlers. Nach den bedeutenden Janssen-Privatsammlungen von Stefan Blessin und Tete Böttger, die das Museum in den Jahren 2003 und 2005 gezeigt hat, werden nun „schon wieder Perlen“ präsentiert: Die Sammlung des Ehepaars Erich und Helga Meyer-Schomann. Der ehemalige Oldenburger Amtsrichter Meyer-Schomann ist seit 1966 mit Horst Janssen bekannt und befreundet gewesen. Eine Freundschaft, die begleitet von Höhen und Tiefen, immer Bestand hatte, was sich in den vielen Widmungen auf den Arbeiten widerspiegelt. Wie z.B. „EMS – das ist Oldenburg“ auf einem Selbstbildnis der 80er Jahre. Für Horst Janssen war „EMS“ (Erich Meyer-Schomann) ein Brückenpfeiler zur seiner Heimatstadt Oldenburg.

Die Ausstellung zeigt die ganze Bandbreite des künstlerischen Schaffens von Horst Janssen, angefangen von den Selbstbildnissen, über Landschaften, Stillleben bis hin zu wunderbaren Original Plakatentwürfen. Es werden mehr als fünfzig bisher weder veröffentlichte, noch ausgestellte Arbeiten zu sehen sein.
Zwei Schwerpunkte der Sammlung sind besonders hervorzuheben. Die über 40 farbenprächtigen und in den verschiedensten Techniken colorierten Radierungen aus der Suite „Svanshall“ von 1976, sowie eine große Anzahl von Fotos aus den „Fixierten Augenblicken“. Diese Serie findet ihren besonderen Widerhall in einem großen Fotoalbum, in dem 110 Fotos eingebunden sind, die von diversen Vignetten und kleinen Zeichnungen begleitet werden. Aber es gibt auch Kuriositäten, wie bemalte Porzellanteller und zahlreiche Postkarten, die den gedanklichen Schlagabtausch von Künstler und Richter dokumentieren. In einem begleitenden Ausstellungskatalog werden die Sammlung, sowie eine bisher unveröffentlichte Rede und ein unveröffentlichtes Manuskript von Horst Janssen erstmals publiziert. In der Ausstellung zu sehen ist eine private Videoaufnahme der Rede, die Janssen anlässlich der Ausstellungseröffnung „Bobethanien” 1991 im Oldenburger Kunstverein gehalten hat.

Die Ausstellung wird gefördert von der Oldenburgischen Landschaft und dem Verein der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums.

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Expressionismus
Auftakt zur Moderne in der Großstadt
31. August – 16. November 2008

Unter dem Titel „Expressionismus – Auftakt zur Modernde in der Großstadt“ werden Stadtansichten, Lokale und Bars, Zoos und Zirkusmanegen, Ladenpassagen und Flaniermeilen, aber auch Arbeiterviertel und Kriegszerstörung gezeigt.   

Der Expressionismus als künstlerische Strömung wird neben stilistischen Merkmalen auch von der spezifischen Sichtweise der um 1880 Geborenen auf die gesellschaftliche Situation am Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt: Einerseits bestimmt die Sehnsucht nach der Natur und natürlichen Lebensformen, andererseits die Industrialisierung das Lebensgefühl; Kriegsahnungen und auch Kriegsbegeisterung finden sich neben Friedenssehnsucht und Verbrüderungsvisionen. Meist von schwärmerischem und pathetischem Impetus getragen. In einzelnen Themengruppen wie „Großstadtvergnügen und Nachtleben“, „Industrialisierung und Fortschritt“, „Elend und Not“ und „Lebensgefühl und Zeitgeist“ werden in der Ausstellung die wichtigsten Facetten der Metropole in der Bildenden Kunst vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung im Horst-Janssen-Museum steht die Großstadt Berlin. Ernst Ludwig Kirchner  (1880 – 1938) zeigt in seinen Straßenszenen modisch gekleidete Kokotten, denen er mit spitzen Winkeln und lang gestreckten Körperformen eine elegante Silhouette verleiht. Er und Erich Heckel (1883 – 1970) zeigen mit ihren Tänzerinnen, Varieté-Künstler und Artisten die hedonistische Seite der Großstadt. Die Hektik in der Metropole, die nächtlichen Vergnügungen, Erotik und Sinneslust sind ihre Themen ab 1911. In den Ladenpassagen von August Macke (1887 – 1914) flanieren Herren und Damen in harmonischen Farben und bestaunen die Auslagen der Geschäfte. Zoo und Gärten werden als Idyllen dargestellt. Farben und Formen ergeben eine ausgewogene Komposition auf dem Aquarellpapier. 

Ganz anders die Großstadtbilder von Ludwig Meidner (1884 – 1966), Otto Dix (1891 – 1969) und Conrad Felixmüller (1897 – 1977). Ludwig Meidner ist derjenige, der regelrechte Visionen vom nahenden Kriegsgeschehen auf seine Blätter bannte. Seine „betrunkenen Straßen“ in schwarzer Kreide mit ihren stürzenden Linien sind bereits apokalyptisch gestimmt, und es scheint, als ob er auch Explosionen und Bombentrichter visualisiert. Otto Dix und Conrad Felixmüller gründen zusammen mit anderen Künstlern in Dresden die „Gruppe 1919“. Dix stellt mit spitzem Stift die benachteiligten Figuren am Rande der Gesellschaft, wie Dirnen und Kriegskrüppel dar. Dabei schildert er akribisch und mit einer gewissen Lust die Details von Hässlichkeit, Alter und Krankheit. Conrad Felixmüller zeigt mit den kraftvollen Linien seiner Holzschnitte Alltagsszenen der arbeitenden Bevölkerung, wobei er sozialkritisch auf die Bedingungen der Arbeiter eingeht. 

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3 . Horst-Janssen-Grafikpreisträgerder Claus Hüppe-Stiftung
29. November 2008 – 25. Januar 2009

Diese bedeutende Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und fördert Nachwuchskünstler bzw. Künstlerinnen, die wie Horst Janssen auf Papier arbeiten. Werke wie Aquarelle, Zeichnungen, Druck-, Computergrafiken oder Fotografien werden dabei gleichermaßen berücksichtigt. Zur Ermittlung des Preisträgers werden zehn etablierte Künstler gebeten, als Mentor zu fungieren und jeweils ein Nachwuchstalent vorzuschlagen, dessen Arbeiten durch handwerkliche Qualität, innovative Gestaltung und originäre Auffassung eines Themas überzeugen. Die vorgeschlagenen Künstler reichen Arbeiten aus den letzten beiden Jahren ein, aus denen die Grafik-Preis-Jury den 3. Horst-Janssen-Grafikpreisträger auswählt.

Die Jury wählte einstimmig Anna Lea Hucht zur 3. Horst-Janssen-Grafikpreisträgerin. Vorgeschlagen wurden sie von Prof. Daniel Roth, Dozent an Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und im Jahr 2005 selbst Horst-Janssen-Grafikpreisträger. Anna Lea Hucht, Jahrgang 1980, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Sie studierte von 2000-2005 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Erwin Gross, dessen Meisterschülerin sie von 2005 - 2006 war.

Der zum dritten Mal von der Claus Hüppe-Stiftung vergebene Preis ist mit 20.000 Euro einer der höchstdotierten deutschen Kunstpreise für Grafik. Die neue Preisträgerin erwartet nicht nur das Preisgeld sondern auch eine Einzelausstellung vom 29. November 2008 bis 25. Januar 2009 im Horst-Janssen-Museum mit Ausstellungskatalog. Die Claus Hüppe-Stiftung finanziert komplett Preisgeld, Ausstellung und Katalog. Die ersten beiden Horst-Janssen-Grafikpreisträger sind Katja Eckert (2003) und Daniel Roth (2005).

Die Grafik-Preis-Jury, besteht aus Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann, (ehemaliger Leiter des Museums für Moderne Kunst Frankfurt), Dr. Julian Heynen, (Kunstsammlung K21, Düsseldorf), Rik Reinking (Sammler und Kurator, Hamburg) Prof. Dr. Ewald Gäßler und Dr. Jutta Moster-Hoos (beide Horst-Janssen-Museum Oldenburg).


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