Ausstellungen 2009

Armin Müller-Stahl
Armin Müller-Stahl
Andy Warhol
Andy Warhol
Thomas Schütte in der Ausstellung
Thomas Schütte in der Ausstellung
Horst Janssen
Horst Janssen

Armin Mueller-Stahl
Zeichnungen, Drehbuchübermalungen und Lithografien

29. November 2009 – 14. Februar 2010

„Zeichnen ist für mich wie Schauspielern und Schauspielern ist wie Zeichnen. Mein Leben lang habe ich Haltungen beobachtet und übertragen. Auf der Bühne, vor der Kamera oder auf dem Papier. Ich spiele und zeichne sie. Oder umgekehrt.“

Armin Mueller-Stahl ist mit insgesamt 140 Zeichnungen, Drehbuchübermalungen und Lithografien zu Gast im Horst-Janssen-Museum Oldenburg. Armin Mueller-Stahl (geboren 1930) ist ein Künstler mit außerordentlicher Mehrfachbegabung: er ist Musiker, Schauspieler, Autor und Maler.

Von seinem Talent als Zeichner und Maler sollte die Öffentlichkeit erst im Jahr 2000 erfahren, als Mueller-Stahl auf Drängen von Freunden eine Auswahl seiner Malerei in Potsdam der Öffentlichkeit präsentiert. Bereits zu DDR-Zeiten führt er ein Tagebuch in Bildern. Häufig stehen die gemalten und gezeichneten Arbeiten in unmittelbarem Zusammenhang zu seiner schauspielerischen Arbeit. Schnelle, mit wenigen Strichen erfasste Porträts von Schauspielerkollegen und Zeitgenossen, Szenen wie gemalte Filmstills aus eigenen und anderen Filmen sowie Situationen aus dem Leben „neben dem Dreh“ sind die Themen. Das Malen und Zeichnen stellt für ihn einen Ausgleich zum „Gefesseltsein als Schauspieler“dar.

Das Augenmerk des Zeichners Mueller-Stahl liegt in der Erfassung einer treffenden Haltung oder Bewegung der darzustellenden Person. Die Nutzung vieler, sehr unterschiedlicher Techniken und Malgründe zeugt dabei von großer Kreativität und Experimentierfreude.

Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt neben den übermalten Drehbüchern zu „Die Manns“ und „Buddenbrooks“, rund achtzig Zeichnungen sowie zwanzig Originallithografien zu Goethes „Urfaust“ von Armin Mueller-Stahl.

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Andy Warhol - Von Marilyn bis Mao
7. Feb. – 3. Mai 2009

Das Horst-Janssen-Museum zeigt fünfundvierzig großformatige Siebdrucke von Andy Warhol (1928 – 1987). Die plakativen, starkfarbigen Motive des Amerikaners gehören wohl zu den bekanntesten Werken der Pop Art.

Warhol, der gelernte Werbegrafiker, hat völlig unbefangen Motive aus Hochglanzillustrierten, Reklamebroschüren, Tageszeitungen, Ausstellungskatalogen und vielen anderen mehr entnommen und daraus eigene Werke geschaffen. Er übernimmt banale oder bekannte Bilder - Abbildungen von Suppendosen und Porträts von Schauspielern gleichermaßen. Das Foto für seine „Flowers“ entdeckt er in einem Magazin, wo es den zweiten Preis in einem Wettbewerb für das beste Hausfrauenfoto gewonnen hatte. Heute ist es eine der bekanntesten Darstellungen des Künstlers.

Die gefundenen Vorlagen werden im technischen Verfahren des Siebdrucks verfremdet. Dabei ordnet der Künstler dem Motiv neue, unerwartete Farben zu und  schafft mit der immer gleichen Vorlage verschiedene Fassungen. Eine serielle Reihe entsteht. Seine kühlen und gleichzeitig erotischen Darstellungen von Marilyn Monroe sind zu Ikonen der amerikanischen Kunst geworden.

Das Horst-Janssen-Museum widmet sich immer wieder unterschiedlichen Drucktechniken, wie zuletzt den Holzschnitten und Lithografien des Expressionismus oder den Radierungen von Rembrandt. Mit der Ausstellung der großen Siebdrucke von Andy Warhol wird ein wichtiges Kapitel der amerikanischen Bilderfindung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgeschlagen.
Die Arbeiten stammen alle aus einer deutschen Privatsammlung. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen.
Diese Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg.

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Thomas Schütte
Radierungen

16. Mai – 16. August 2009

Das Horst-Janssen-Museum plant schon lange eine Sonderausstellung mit Werken von Thomas Schütte. Nun ist es gelungen, Radierungen des international bedeutenden Bildhauers in Oldenburg, seiner Geburtsstadt, zu zeigen. Im Kontext von Horst Janssen, der die Radierung als „sein eigentliches“ bezeichnete, ist es besonders spannend und zum Teil überraschend, wie Thomas Schütte mit dieser Jahrhunderte alten Tiefdrucktechnik umgeht. Seine Radierungen reichen von unfertig wirkenden Probedrucken über geniale Zufallsprodukte bis hin zu virtuos gearbeiteten Grafiken.
Auf zwei Ebenen des Horst-Janssen-Museums werden insgesamt drei Radierzyklen sowie aktuelle bisher unveröffentlichte Arbeiten präsentiert:

Die „Wattwanderung“ von 2001 besteht aus 139 Radierungen, die Thomas Schütte an Leinen quer durch einen Ausstellungsraum des Horst-Janssen-Museums spannen wird. Als Bildhauer bezieht er sich mit seiner Arbeit vor allem auf den Raum und gliedert ihn mit diesen bildlichen Akzenten auf sehr unmuseale Art und Weise.
Die „Frauen“-Mappe von 2006 beinhaltet 18 großformatige Radierungen, auf denen sich Schütte sehr überzeugend mit der Darstellung des weiblichen Körpers beschäftigt. Während einige der großen Blätter geradezu klassisch anmuten – wie monumentale Torsi – verstört  Schütte den Betrachter andererseits mit deformierten Körpern und fremden Perspektiven. Diese Mappe steht im Kontext zu Schüttes beeindruckenden großen Stahl- und Bronzefrauen, die zwischen 1998 und 2009 entstanden sind.

„Fleurs pour M. Duchamp“ sind 13 Radierungen von 2002, die pflanzliche Gebilde zeigen. Im Unterschied zu den „Frauen“, die Schütte zumeist als großzügige Umrisszeichnungen anlegt, sind die Blumen und Blätter der „Fleurs“-Mappe von Binnenstrukturen geprägt. Zum Teil erinnern sie an die Ergebnis gepresster Blüten, Blätter und Stängel aus einem Herbarium.

Thomas Schütte wurde in 1954 in Oldenburg geboren und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Schütte zählt zu den international gefeierten Künstlern. Bereits drei Mal – 1987, 1992, 1997 – nahm er an der documenta teil. Bei der Biennale in Vene­dig 2005 erhielt er für seinen Beitrag den Golden Löwen. Schütte gehört zu der Generation von Künstlern, die Anfang der 80er Jahre Concept- und Minimal Art überwanden, indem sie erzählerische Momente in die Kunst einbrachten.

Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg.

Mehr über Thomas Schütte finden Sie hier.


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Horst Janssen - Die Retrospektive zum 80. Geburtstag

30. August – 15. November 2009

Der große Zeichner und Grafiker Horst Janssen würde am 14.11.2009 achtzig Jahre alt. Für das Horst-Janssen-Museum ist dieses Jubiläum ein wunderbarer Anlass für eine breit angelegte Retrospektive des Künstlers mit rund 300 Werken, die auf allen Ebenen des Hauses präsentiert werden.

Die Ausstellung beginnt mit den Tuschfederzeichnungen des Studenten Horst Janssen, der von 1946 bis 1951 an der Landeskunstschule am Lerchenfeld in Hamburg studierte, wo er seinem Lehrer Alfred Mahlau nacheiferte. Er schulte das genaue Hinsehen und legte die Grundlagen für sein künstlerisches Selbstverständnis „Ich bin ganz Auge“.

In den frühen 50er feierte Janssen große Erfolge mit seinen großformatigen, farbigen Holzschnitten, die er 1957 in seinen Privaträumen in der Warburgstraße in Hamburg ausstellte. Rückblickend nennt Janssen diese Jahre seine „selige Schnippelzeit“. Das Museum zeigt die 10 eindrucksvollsten Blätter dieser Jahre.

Die 60er Jahre sind geprägt von den „Fleischzeichnungen“, den skurrilen Menschendarstellungen und den entlarvenden Porträts des Millionenstrichlers, wie sich Janssen in dieser Zeit selbst nennt. Diese virtuosen Bleistiftzeichnungen von nackten Mädchen, hässlichen Alten und fantastischen Köpfen haben Janssen 1968 auf der Biennale von Venedig den internationalen Graphikpreis eingebracht und für eine weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Diese Arbeiten werden einen breiten Raum in der Retrospektive einnehmen.

In den 70er Jahren widmet sich Janssen der Landschaft und beginnt auch mit dem detailgenauen Abzeichnen von den kleinen Dingen des täglichen Lebens. In dieser Zeit entstehen seine bekannten und beliebten Blumen und andere Stillleben, die als Farbstift- oder Aquarellzeichnungen von seiner großen Meisterschaft des Anverwandelns zeugen. Aber auch Radierungen dieser Motive entstehen, in denen Janssen herausragende Ergebnisse in der altmeisterlichen Radiertechnik erzielt. Die wichtigsten Radierzyklen wie „Hanno’s Tod“, „Laokoon“ oder „Nigromontanus“ werden gezeigt.

Das Motiv des Selbstporträts zieht sich durch alle Schaffensjahre und gehört zu den suggestivsten Darstellungen von Janssen. Vom neutralen Selbstzeugnis bis zum bis extrem aufgewühlten Konterfei in den Paranoia-Darstellungen der frühen achtziger Jahre sind die eindrücklichsten Beispiele versammelt.

Ein Balkonsturz 1990 mit verheerenden Folgen, einer drei Monate langen Erblindung, konnte Janssens manische Schaffenskraft nur kurz unterbrechen. Im Gegenteil, nachdem seine Sehkraft wieder hergestellt war, hat Janssen mit der „Bobethanien“-Serie hundert farbintensive und energiegeladene Landschaftsaquarelle geschaffen, von denen die schönsten zu sehen sein werden.

Das Werk Horst Janssens wird in dieser Überblicksausstellung in allen Sujets und allen Techniken vorgestellt und als herausragendes Beispiel der gegenständlichen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefeiert.

Das Horst-Janssen-Museum bedankt sich bei seinen Förderer:
EWE Stiftung, Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen, Stadtmarketing Oldenburg, Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburgische Landschaft, Verein der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, Waldemar Koch Stiftung. Medienpartner sind Nordwestradio und Stroeer Deutsche Städte Medien.


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