Ausstellungen 2011

Das Drama um Mann und Weib - Grafische Zyklen von Max Klinger

25. November 2011 - 19. Februar 2012

Max Klinger hat als Bildhauer, Maler und Grafiker seine Zeitgenossen begeistert. Vor allem haben sich Künstler wie Edvard Munch, Käthe Kollwitz und Max Beckmann auf ihn berufen und ihn hoch geschätzt. Heute wissen wir auch um die wichtige Bedeutung und Inspiration vor allem seines grafischen Werkes für die Surrealisten.

Insgesamt gilt Klinger als einer der bedeutenden Vorbereiter der Moderne. Große Gefühle wie Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Verrat haben ihn umgetrieben. Die Spannung zwischen den Geschlechtern steht auch im Mittelpunkt der Ausstellung „Das Drama um Mann und Weib“ - Grafische Zyklen von Max Klinger.
Das Horst-Janssen-Museum zeigt aus den Beständen des Stadtmuseums Oldenburg die schönsten Grafiken des großen, deutschen Symbolisten, wie beispielsweise „Eva und die Zukunft“, „Amor und Psyche“, „Ein Handschuh“, „Eine Liebe“, und „Vom Tode“.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg und der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg.

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Michael Wutz - Grafikpreisträger 2011
Austellung vom 25. September – 13. November 2011

Der mit 20.000 Euro dotierte Kunstpreis wird von der Claus Hüppe-Stiftung im Horst-Janssen-Museum Oldenburg vergeben.

Michael Wutz, 1979 in Ichenhausen geboren, wurde einstimmig von einer Fachjury im Horst-Janssen-Museum zum 4. Horst-Janssen-Grafikpreisträger der Claus Hüppe-Stiftung ausgewählt. Michael Wutz, studierte bis 2006 an der Universität der Bildenden Künste Berlin und war Meisterschüler bei Leiko Ikemura, die ihn auch als einen Kandidaten für den Grafikpreis nominierte. 

In der Erklärung der Jury heißt es: "Michael Wutz hat großformatige Radierungen, Sepia- und Aquarellzeichnungen eingereicht, die Themen unseres kollektiven Gedächtnisses zum Inhalt haben: Hitlers "Germania" als Unheil dräuender, finsterer Stadtplan in einer beklemmenden Luftaufnahme oder der mexikanische Totenkult als kulturhistorisches Phänomen in einer fantastisch verwobenen Ansammlung von Schädeln auf verzweigten Stammbäumen. Darüber hinaus entwirft der 31-Jährige in seinen technisch ausgereiften Radierungen düstere Visionen und apokalyptische Bilder voller Suggestion; so als ob die Unterwelten, die er beschwört, genau beobachtete Realität wären. Michael Wutz, der seine mystischen Weltbilder auch in der Tradition eines Alfred Kubin schafft, überzeugte die Jury mit seiner entschiedenen, stringenten Haltung, die gleichzeitig eine Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zulässt. " 

Der Horst-Janssen-Grafikpreis zählt mit einem Preisgeld von 20.000 Euro zu einem der höchstdotierten Kunstpreise, die für Grafik vergeben werden. Die Werke des Preisträgers werden vom 25. September bis zum 13. November 2011 in einer Ausstellung im Horst-Janssen-Museum Oldenburg präsentiert. Zudem gibt es einen Ausstellungskatalog. 

Zur Jury des Horst-Janssen-Grafikpreises 2011 gehören erstmals Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen sowie  Max Hollein, Direktor der Schirn Kunsthalle und des Städel Museum Frankfurt. Weitere Jurymitglieder sind Rik Reinking, Sammler und Kurator aus Hamburg sowie Dr. Friedrich Scheele und Dr. Jutta Moster-Hoos, beide Horst-Janssen-Museum Oldenburg.

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Meisterwerke von Horst Janssen – Sommerhängung
3. Juli bis 11. September 2011

Horst Janssen entwarf auch beeindruckende Plakate. Ab 1957 bis kurz vor seinem Tod hat er über 200 Plakatentwürfe geschaffen. Im Unterschied zu seinen oft intimen Zeichnungen sind die Plakate aus seiner Hand immer großformatig, von intensiver Farbigkeit und eindringlicher malerischer Qualität. Geradezu intuitiv hat Janssen neben werbewirksamen Bildmotiven auch überzeugende Typografien entwickelt. Janssen war Schüler von Alfred Mahlau, der die sogenannte angewandte Kunst in Hamburg an der Landeskunstschule lehrte. Mit dieser Ausbildung und seinem eigenen untrüglichen Gespür für Gestaltung und auch Vermarktung hat Janssen Meisterwerke geschaffen.

Die meisten dieser Plakate gestaltete Janssen, um auf seine eigenen Ausstellungen in Galerien oder Themenausstellungen in großen Museen aufmerksam zu machen. Andere sind auch für das Hamburger Thalia-Theater entstanden wie das beeindruckende Plakat zu „Macbeth“ 1984 oder als Bekanntmachung eines Ärztesymposiums wie „Lebertransplantation“ von 1983.

Im Horst-Janssen-Museum werden bei der diesjährigen Sommerhängung die 20 schönsten Beispiele seiner Plakatkunst gezeigt und die Originale den reproduzierten Plakaten gegenübergestellt. Neben den bekannten und beliebten Motiven wie „Selbst mit Paprikaherz“ wird es auch überraschende Neuentdeckungen geben. Die Exponate stammen überwiegend aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und der Claus Hüppe-Stiftung.

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Horst Janssen in der Griffelkunst

22. Mai bis 28. August 2011


Die Griffelkunst e.V. ist ein Verein, der deutschlandweit agiert und bereits 1925 vom Hamburger Volksschullehrer Johannes Böse ins Leben gerufen. Die Gründungsidee war, für vergleichsweise wenig Geld Kunstwerke anzubieten, um auch weniger begüterten Menschen das Sammeln von Kunst zu ermöglichen.

Mit dem Begriff "Griffelkunst" werden Kunstwerke bezeichnet, die mit Stiften auf Papier entstehen und mit künstlerischen Verfahren vervielfältigt werden können.
Seit 1957 hat Horst Janssen immer wieder Werke für die Griffelkunst geschaffen. Es war der Beginn einer engen und kontinuierlichen Zusammenarbeit, die annähernd vierzig Jahre lang bestehen bleiben sollte. Mit über hundert Motiven nimmt der virtuose Zeichner eine herausragende Position ein.

Die für die Griffelkunst entstandenen Werke zeigen das gesamte Spektrum seines Schaffens. An die ersten Lithografien, die Hafen und Küstenstriche zeigen, schließen sich skurrile, fein gearbeitete Radierungen der 60er Jahre an, in denen sich Janssen als ,Millionenstrichler' einen Namen machte. Darauf folgen Landschaften, Porträts und Kopien nach alten Meistern wie Füssli, Dürer und Callot.
Zu sehen sind außerdem die beliebten Bildnisse von Schuhen, überraschende experimentelle Arbeiten mit Kugelschreiber oder Ohrfett und einzigartige Blätter wie eine übermalte Lithografie von Oskar Kokoschka und eine Gemeinschaftsarbeit Janssens mit Dieter Roth. Die Ausstellung zeigt nicht nur die 112 Radierungen und Lithografien, die zu Lebzeiten Janssens verlegt worden sind, sondern führt auch die spannende Entstehungsgeschichte einzelner Blätter vor.

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Horst Janssen und die Romantiker
Mit Zeichnungen von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Johan Christian Dahl

27. März bis 26. Juni 2011

Ab 27. März 2011 wurde im Horst-Janssen-Museum Oldenburg die Zeichenkunst der Romantik, die für Horst Janssen sehr inspirierend war, vorgestellt. Neben Caspar David Friedrich gibt es eine ganze Reihe von deutschen Künstlern, die sich vor allem der Landschaftsdarstellung gewidmet haben und in Aquarellen, Tuschfeder- und Bleistiftzeichnungen die Landschaft als Abbild einer göttlichen Ordnung feierten.

Ab den frühen 1970er Jahren hat sich Horst Janssen intensiv mit den Alten Meistern der Kunstgeschichte auseinandergesetzt. Er hat ihre Werke kopiert, parodiert und in seinem Sinne abgewandelt. Janssen nannte die großen Vorbilder aus der Kunstgeschichte seine „adoptierten Ahnen“. Die Zwiegespräche, die er mit ihnen geführt hat, waren Herausforderung und Lustgewinn zugleich für ihn. In Janssens privater Bibliothek befand sich das zweibändige Standardwerk „Deutsche Handzeichnungen der Romantik“, das 1973 herausgegeben und eine fast unerschöpfliche Quelle für seine Inspirationen wurde.

1974, zum 200jährigen Gedenken an das Geburtsjahr von Caspar David Friedrich, schafft Janssen eine Folge von siebzehn, zum Teil großformatigen Radierungen, die er in der Mappe „Caspar David Friedrich“ zusammenfasst. Es sind vor allem Landschaften und Porträts, die er als Reminiszenz an das große Vorbild, aber auch an andere Künstler der Romantik, realisiert: Schroffe Felsengebirge, Figuren in der Landschaft, nahsichtige Darstellungen von Bäumen und romantische Frauenbildnisse. Besonders zu erwähnen sind auch ein Porträt Caspar David Friedrichs und ein Selbstporträt Horst Janssens. Auf letzterem brilliert Janssen mit einem dreistrophigen Gedicht über Friedrich und Philipp Otto Runge, das zunächst heiter und vordergründig daherkommt, aber gleichzeitig tiefer schürfende Überlegungen formuliert, die von seiner Auseinandersetzung mit der Romantik zeugen. Dieser Radierzyklus steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Janssen und die Romantiker“.

Es ist dem Horst-Janssen-Museum gelungen, in Einzelfällen die Vorlagen, die Janssen aufgegriffen hat, auszuleihen. Werke von Philipp Veith und Johann Adam Klein und werden vorgestellt, die Janssen zu seinen Porträts anregten; aber auch Johan Christian Dahl und Carl Gustav Carus, die in enger Beziehung zu Caspar David Friedrich standen, werden mit ausgewählten Zeichnungen gezeigt. Der melancholische Geist, die Erhabenheit, die die Romantiker in ihren Landschaftsdarstellungen aufspürten, werden in der Ausstellung nachvollziehbar.

Die Leihgaben stammten aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, der Kunsthalle Bremen, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Stiftung Museum Kunst Palast Düsseldorf, der Hamburger Kunsthalle, dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald, dem Landesmuseum Mainz, der Kunsthalle Mannheim und dem Verein der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums.

Die Ausstellung wurde von der EWE Stiftung, Oldenburgischen Landesbank und dem Verein der Freunde und Förderer des Museums unterstützt.