Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely – Künstlerplakate

Ausstellung vom 5. Juni bis 4. September 2016

© 2016 Niki Charitable Art Foundation, Adagp, Paris

Niki de Saint Phalle (1930-2002), die Schöpferin der Nanas, der fröhlichbunten, voluminösen Frauenfiguren, und Jean Tinguely (1925-1991), der Konstrukteur kinetischer Maschinenplastiken aus Schrott, verband über drei Jahrzehnte eine außergewöhnliche Liebes- und Arbeitsbeziehung. Das Werk der beiden ist trotz seiner Verschiedenartigkeit deutlich von diesem Austausch geprägt.

Die Franko-Amerikanerin und der Schweizer begegneten sich erstmals 1955 in Paris. Beide wurden Mitglieder der rebellischen Künstlergruppe der „Nouveaux Realistes“ und torpedierten mit spektakulären Aktionen die gesellschaftlichen und künstlerischen Konventionen der Zeit.

Fotograf unbekannt

Zur öffentlichen Bekanntmachung ihrer eigenen Kunstwerke und ihrer Gemeinschaftsprojekte entwarfen sie eine Fülle an Plakaten. Sie kündigten ihre laufenden Projekte an, ihre Ausstellungen, Happenings, Film- und Theaterproduktionen, ihre architektonischen Arbeiten, ja sogar die Kreation eines Parfums. Auch Auftragsplakate führten beide Künstler aus, sei es für Filmfestspiele, Musikfestivals, den Zirkus oder anderweitige kulturelle Events.

In der Ausstellung zeigen wir rund hundert Exponate dieser Art, die aus der reichhaltigen Sammlung von Claus von der Osten aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg stammen. Die Plakate zeigen neben der großen und anhaltenden internationalen Präsenz auch den besonderen Facettenreichtum der Kreativität von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely.

Selbst kreativ werden

Die unkonventionellen Vorstellungen beider Künstler aufgreifend, können Museumsbesucher aller Altersklassen während der gesamten Laufzeit in den Ausstellungsräumen selbst aktiv werden. Zwei Kunststationen laden dazu ein, direkt mit den Kunstwerken oder auch mit anderen Museumsbesuchern in einen kreativen Austausch zu treten. In der Werkstatt zum Thema Plakat können mit Stempeln, Stiften und anderen Utensilien eigene Plakatentwürfe gefertigt und anschließend in der Ausstellung aufgehängt werden. Außerdem dürfen alle Besucherinnen und Besucher an einem riesigen Plakat für das im August geplante Kunstfest mitwirken. Die zweite Kunststation beschäftigt sich mit den Maschinenskulpturen von Jean Tinguely. Aus verschiedenen bunten Zahnrädern und Bauteilen kann man seine eigenen Maschinen zusammensetzen und im Anschluss anderen Besuchern präsentieren.

Fotos: Mohssen Assanimoghaddam

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