Dauerausstellung zeigt neue Werke

Fünf Tage lang war die Dauerausstellung „Horst Janssen – Neu entdeckt!“ geschlossen, ab dem morgigen Samstag, 10. Juli, zeigt sie sich nun in neuem Gewand beziehungsweise mit neuer Hängung. Die aktuelle Präsentation von insgesamt um die 70 Zeichnungen und Druckgrafiken demonstriert einmal mehr, mit welcher Leichtigkeit Janssen seine Techniken und Zeichenstile variieren konnte. Zu den thematischen Gruppen gehören neben Janssens Porträts, Landschaften und Nature Mortes diesmal auch „verworfene Zeichnungen“, Werke also, die unvollendet oder gar von ihm zerrissen wurden. Eine weitere Gruppe zeigt „Gekleckstes und Gestricheltes“. Sie sensibilisiert die Besucherinnen und Besucher für die verschiedenen Zeichenmaterialien und -verfahren, die Janssen auf Papier nutzte.

Die Ausstellung zeigt auch einige Neuzugänge der Sammlung. Die Förderstiftung Horst-Janssen-Museum erwarb kürzlich einige Lithografien, die sie dem Museum als Dauerleihgaben zur Verfügung stellt. Unter ihnen befindet sich ein Porträt Janssens mit dem spöttelnden Titel „Selbst blöd für die Griffelkunst“ von 1968 und die großformatige, frühe Lithografie „Domicile du Jazz“ von 1954. Inspiriert wurde die Lithografie durch Janssens Berührung mit dem Jazz der 1950er Jahre.

Die Dauerausstellung zum Leben und Werk von Horst Janssen besteht zum einen aus gleichbleibenden Teilen, zum Beispiel aus den Schauwänden, Zeitzeugeninterviews und Hands-on-Stationen zu den Drucktechniken; zum anderen aus Originalwerken, die etwa alle vier Monate ausgetauscht werden. „Grafiken sind lichtempfindlich und dürfen immer nur eine bestimmte Zeit dem Licht ausgesetzt sein. Dann müssen sie sich eine Zeitlang im dunklen Magazin erholen“, erläutert Dr. Sabine Siebel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Horst-Janssen-Museum. „Außerdem möchten wir, dass unsere Besucherinnen und Besucher auch in unserer Dauerausstellung immer wieder etwas Neues entdecken können!“

Aus der Abteilung „Verworfenes“ (v.l.): Horst Janssen, Locarno-Wiese, Was man übrig lässt und Nur um zu verführen © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Horst Janssen, Domicile du Jazz, 1954, Lithografie © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst, Bonn 2021