Vorschau auf kommende Ausstellungen

Veränderte Sichten

Horst Janssen und die Architektur

2. Juni bis 13. September 2020

Schon als Student zeichnet Horst Janssen Architekturen und Häuser als Bestandsaufnahme seiner Umgebung. Später dann experimentiert und spielt er in seinen Arbeiten sehr unterschiedlich mit der Darstellung architektonischer Strukturen: Mal werden Wand, Dach oder ganze Straßenzüge zum Thema seiner Holzschnitte, dann verbindet er in seinen Zeichnungen Dinge wie Sektkorken oder Radnaben mit landschaftlichen Strukturen und lässt diese so zu Türmen und Festungen werden. Nicht selten sogar wird die dargestellte Architektur bei Janssen zur Bühne, oftmals zum Schauplatz von Dramen.

 

Dan Perjovschi: Drawing your Attention

17. Juli bis 13. September 2020

Dan Perjovschi (geboren 1961) ist ein Zeichner, der international umtriebig ist (Biennale Venedig, MoMA New York, Ludwig Forum Aachen) und das Zeichnen zu einem persönlichen Lebensstil gemacht hat. Klassisch ausgebildet, beherrscht er das Handwerk von Grund auf, hat sich aber von der virtuosen Handzeichnung komplett verabschiedet, um seine Inhalte direkt und schnörkellos zu vermitteln. Er nimmt auf aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse Bezug und bringt seine Kommentare gerne direkt auf die Wand (Dortmunder U) oder gleich auf die Fassade auf (Horst-Janssen-Museum Oldenburg). „Urban“ oder „Naked Drawings“ nennt er seine Arbeiten, die mit ungeheuer gewitzten Sprachspielen und verblüffenden Pointen seine Sicht der Dinge auf den Punkt und auf die Linie bringen.

In unserem Museum für Zeichnung ist er ein lustvoller, kluger und unkonventioneller Ausreißer, der sich deshalb Einiges erlauben darf. Dan Perjovschi, der eigentlich in Bukarest lebt und arbeitet, wird in der zweiten Juniwoche vor Ort arbeiten und sich dabei von uns über die Schulter sehen lassen.

Das kann nur Zeichnung!

Werke von Beethoven bis Pinterest

2. Oktober 2020 bis 17. Januar 2021

Wir erleben zurzeit eine starke Hinwendung zum Analogen. Ob es das Graphic Recording während einer Sitzung im Büro ist, der „von Hand geschriebene“ Produktname auf einem industriellen Erzeugnis oder das private Interesse am Hand Lettering-Workshop. Die Handzeichnung gerät wieder vermehrt in den Blick und zwar (auch) jenseits eines künstlerischen Ausdrucksmittels. Sie ist und war schon immer war eine der wichtigsten Kulturtechniken des Menschen.

Die zentrale Fragestellung und These dabei ist: Gibt es Phänomene, die nur innerhalb der (Hand-)Zeichnung vorstellbar und möglich sind? In acht Abteilungen, wie „Zeichnung kann konstruieren“, „Zeichnung kann erzählen“ oder „Zeichnung kann entlarven“ stellen wir unterschiedlichste Beispiele vor: Kostümentwürfe, Piktogramme, Storyboards, Gerichtszeichnungen, Handwerkerskizzen, Graphic Novels, Partituren – alles ist möglich, so lange es sich um analoge oder digitale Zeichnung handelt. Ohne künstlerische Hierarchien sollen Architektur-Entwürfe von Alessandro Mendini neben modernen CAD-Drucken präsentiert werden, Selbstbefragungen von Paula Modersohn-Becker mit Selbstporträts von Internetplattformen wie pinterest in einen Dialog treten oder Beethoven-Partituren auf animierte Musikvideos treffen.