Zeichenkunst bis heute

Andrea Ziegler | Horst Janssen: What Is the Truth and Where Did It Go?

15. August bis 8. November 2026

Von Menschen und Maschinen

„What Is the Truth and Where Did It Go?“ ist eine als Dialog angelegte Ausstellung, die ausgewählte Werke des Zeichners und Grafikers Horst Janssen mit neuen textilen Arbeiten der Künstlerin und ehemaligen Stipendiatin des Horst-Janssen-Museums Andrea Ziegler » in Beziehung setzt. Ausgangspunkt ist die Frage nach Wahrheit, Wahrnehmung und Vertrauen in einer medial und technologisch geprägten Welt. In freihandgefertigten Maschinenstickereien übersetzt Ziegler Motive, Strukturen und Denkfiguren aus Janssens Werk in eine zeitgenössische, handwerklich geprägte Bildsprache. Dabei greift sie aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen auf und regt an, über mediale Manipulationen und das Erfinden von Wirklichkeit und Wahrheit nachzudenken. 

Was ist die Wahrheit in einer technologisch geprägten Welt?

Der gedankliche Einstieg in die Ausstellung erfolgt über die Frage nach Wahrheit und Realität. Exemplarisch steht hierfür die Ermordung John F. Kennedys 1963 – ein Ereignis, das bis heute von widersprüchlichen Deutungen, Mythen und politischer Instrumentalisierung geprägt ist und das die Kuratorin Ziegler mit ihrem Werk „Unscheduled Disassembly I“ aufgreift. Über zentrale Werkzyklen Janssens, wie „Laokoon. Die Bäume der Annette“, „Nigromontanus“, „Hannos Tod“ und den Radierzyklus „19.05.1990“, schlägt Ziegler den Bogen zu aktuellen Themen wie die Rezeption medial vermittelter Ereignisse, technologische Entwicklungen, Zukunftsversprechen und Tech-Ideologien.

Ein Gegenpol zu KI und Algorithmus

Im Gegensatz zum immer stärkeren Einsatz von künstlicher Intelligenz setzen Andrea Zieglers Freihand-Maschinenstickereien ein klares Zeichen für menschliches Handwerk, individuelle Handschrift und eigenständige künstlerische Autorenschaft. Zentral ist in der Ausstellung die Frage, was uns als Menschen ausmacht im Spannungsfeld zwischen Technik, Wahrnehmung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Ausstellung ist dabei auch als Diskussionsraum gedacht: Fragestellungen an den Wänden und Vorträge von Expert:innen laden – als Gegenpol zu digitalen und algorithmisch gesteuerten Kommunikationsformen – zu einem analogen und direkten sozialen Austausch ein.

Rahmenprogramm

Sie möchten die Ausstellung bei einer Führung kennenlernen? Im Programm haben wir Sonntagsführungen, Mittagsführungen, eine Kuratorische Führung mit Andrea Ziegler, Kunst mit Kind, interaktive Führungen mit Kreativanteil, Kunst und Kaffee für Best Ager, eine Führung in Gebärdensprache und einen Tasting-Abend mit den Buddel Jungs mit vorangehendem Ausstellungsrundgang. Hier finden Sie alle Führungen »

Bei den Workshops zur Ausstellung können Sie sich auf einen dreiteiligen Druckworkshop zur Kaltnadelradierung freuen sowie auf den Queeren Salon und einen Threadtalk mit dem Stickkünstler Patrik Giese am Stickrahmen-Tisch in der Ausstellung. Hier erfahren Sie mehr über unsere Workshops »

Als besonderes Highlight laden wir Sie zu fünf Tribünengesprächen mit wissenschaftlichen Expert:innen ein, bestehend aus Impulsvortrag und anschließender Publikumsdiskussion als Gegenentwurf zum anonymen, vom Algorithmus gesteuerten Thread. 

Die Ausstellung wird gefördert von: